Mittwoch, 30. November 2011

Der "Pestalozzi" in Ecuador, Rebecca und Mauricio Wild


video

http://vimeo.com/4211517

  • Rebeca Wild: Kinder im Pesta: Erfahrungen auf dem Weg zu einer vorbereiteten Umgebung für Kinder. Arbor-Verlag, 1993, ISBN 978-3924195106.
Basiswerke:
  • Rebeca Wild, Lienhard Valentin (Herausgeber): Erziehung zum Sein. Erfahrungsbericht einer aktiven Schule. Arbor Verlag, 1986, 10. Auflage 2001, ISBN 978-3-933020-00-0.
  • Rebeca Wild: Sein zum Erziehen. Mit den Kindern leben lernen. Arbor Verlag, 5. Auflage 1995, ISBN 978-3924195083.
  • Rebeca Wild: Lebensqualität für Kinder und andere Menschen – Erziehung und der Respekt für das innere Wachstum von Kindern und Jugendlichen. Beltz, 3. Auflage 2001, ISBN 978-3407220929.
  • Rebeca Wild: Genug gute Eltern 2006
  • Rebeca Wild: Freiheit und Grenzen - Liebe und Respekt

Das neue Paradigma der Erziehung: keine Erziehung

Das neue Paradigma der Erziehung: keine Erziehung

Der dänische Familientherapeut Jesper Juul meint, wir sollten uns von der Idee der Erziehung ganz verabschieden und stattdessen mit unseren Kindern endlich wirklich in Beziehung treten.


Das Erziehen endlich sein lassen

Erziehen - da steckt das ziehen schon mit drin, und die Anstrengung auch. Und dann noch wie? Eltern sein ist nicht leicht dieser Tage, Erziehungswissenschaftler und -berater könnten sich in ihren Ratschlägen kaum grundlegender widersprechen. Eltern sind einer Fülle von verschiedenen Erziehungskonzepten ausgesetzt, die jeweils suggerieren, das jeweils andere sei für das Kind ganz schrecklich falsch. Das Geschäft mit Erziehungsratgebern boomt und im Fernsehen sehen sich Millionen von verunsicherten Eltern Sendungen wie "Die Super-Nanny" an - man ahnt die Ausmaße der Verwirrung. Da sehnen sich wohl manche in vergangene Zeiten zurück, als "man" noch wusste, wie man Kinder erzieht. Woran sich orientieren? Die Angst vieler Eltern, etwas "falsch zu machen", dem Kind womöglich schweren psychischen Schaden zuzufügen, wird umso größer, je weniger Konsens es darüber gibt, was falsch und richtig ist.
Inmitten dieses Chaos, stolpert man beinahe über die Stimme von Jesper Juul. Der nämlich meint, wir sollten das Erziehen doch einfach ganz sein lassen. Und er meint das nicht im Sinne von "einfach machen lassen (laissez-faire)", sondern in dem Sinn, dass die Idee des Erziehens an sich eine irreführende ist.


In Beziehung sein

Erziehung, das bedeutet nämlich in den meisten Fällen eigentlich Abrichtung. Bestrafung ist zwar heute nicht mehr ganz so in, Belohnung "die postmoderne Version der Bestrafung" (Juul), ist es aber noch. Die ganze Logik orientiert sich immer noch an Pawlow, der Hunden mit Hundekeksen das Sabbern auf Befehl beibrachte.
Die Beziehung von Eltern zum Kind sei in vielen Fällen eine Subjekt-Objekt Beziehung, kritisiert Juul. Das Kind solle letztlich nach den Vorstellungen der Eltern "funktionieren". Erziehung sei meistens damit befasst, abweichendes Verhalten durch Bestrafung und Belohnung zu korrigieren und Kinder so zur Kooperation mit den Vorstellungen der Eltern zu bewegen. Noch immer glauben viele Eltern, Erziehung sei ein Machtkampf, bei dem es die Oberhand zu behalten gilt, sonst entstünde ein Tyrann. Was für fatale Auswirkungen eine solche Einstellung auf eine zwischenmenschliche Beziehung haben muss, liegt eigentlich auf der Hand.
"Stellen Sie sich mal vor, eine Frau würde ihrem Mann jedes Mal eine Belohnung geben, wenn er etwas richtig macht. Das ist doch keine Nähe-Beziehung", veranschaulicht Juul, den Umgang vieler Eltern mit ihren Kindern. Sein Vorschlag ist einfach und schwierig zugleich: Kinder als gleichwürdig zu akzeptieren und mit ihnen in Beziehung treten, wie mit einem Partner oder Freund.
"Eine Übung, die ich gerne mit Eltern mache, ist folgende: Ich bitte sie, sich vorzustellen, dass sie den Konflikt, den sie mit ihrem siebenjährigen Sohn haben, nicht mit ihm, sondern mit ihrem erwachsenen Freund haben. Dann frage ich sie, was sie sagen würden. Genauso wie sie sich auf diesen anderen Erwachsenen einlassen, genauso müssten sie sich auf ihr Kind einlassen.
Ich habe es schon oft erlebt, dass Eltern in einer solchen Situation plötzlich anfangen zu weinen, weil sie es so sehr bedauern, nie an diese Möglichkeit gedacht zu haben - die Möglichkeit im wahrsten Sinne des Wortes "freundlich" zu ihrem Kind zu sein. Sie haben dauernd nur eins im Kopf: Sie müssen ihr Kind 'er-ziehen' und vergessen dabei, sich zu 'be-ziehen'!", erklärt Juul das Grundmisverständnis vieler Eltern.
Von Erziehung zu Beziehung also.


Lernen durch Imitation

Juuls Erziehungsmethode ist also gar keine. Es geht einfach nur um soziale Kompetenz und gewaltfreie Kommunikation. Er geht davon aus, dass das Kind von Geburt an sozial und emotional ebenso kompetent ist, wie ein Erwachsener, jedoch über keinerlei Erfahrung verfügt, so dass sich diese Kompetenz immer entsprechend der kindlichen Reife äußert. Sie muss ihm aber nicht erst durch Erziehung, d.h. durch die Eltern oder Institutionen, beigebracht werden. Das Kind ist schon Mensch, es muss nicht irgendwie gemacht werden, muss nicht lernen zu gehorchen, es muss nicht erzogen werden. Es reicht, mit dem Kind in Beziehung zu sein. Das bedeutet auch ein ehrliches Interesse der Eltern, herauszufinden, wer das Kind ist, statt sich damit zu befassen, wie man es zu irgendetwas erziehen kann.
Kinder lernen ihr Verhalten sowieso nicht durch Erziehung, betont Juul, Kinder lernen durch Imitation. Sie lernen also vor allem die zwischenmenschliche Komponente einer Situation, nicht unbedingt das, was sprachlich gesagt wird. Eltern sind so vor allem eines: Vorbilder.
Kinder lernen das, was ihnen vorgelebt wird, sie müssen beobachten und experimentieren dürfen, dann fügen sie sich ganz von selbst durch Nachahmung in Familie ein. Kinder haben von Natur aus ein Interesse zu lernen und zu kooperieren, sie möchten dazugehören, sie möchten Teil der Kultur und Gruppe werden, die sie umgibt. Das Kind hat ein Interesse, sich einzufügen und imitiert daher seine Umwelt. Dazu braucht es Raum zu versuchen und auszuprobieren. Ein ständiger Strom von Ermahnungen und Erklärungen bewirkt nur, dass das Kind sich dumm oder falsch fühlt, selbst wenn der Umgangston freundlich und verständnisvoll ist. Die Botschaft selbst wohlmeinender Erziehung ist meist: „Du bist nicht gut genug".
Die Eltern haben eine Führungsrolle und sollen dem Kind ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit geben, es beschützen und empathisch begleiten - all das ist nicht unbedingt erziehen, sondern vielmehr helfen.

Gleichwürdigkeit, Integrität, Authentizität und Eigenverantwortung

Es sind vor allem vier Prinzipien, die nach Juul eine Eltern-Kind-Beziehung gelingen lassen: Gleichwürdigkeit, Integrität, Authentizität und Eigenverantwortung.
Gleichwürdigkeit bedeutet weder Ebenbürtigkeit noch Gleichheit. Ganz offensichtlich haben die Eltern mehr Wissen, Kraft und Macht als das Kind, es wäre dumm, dies zu leugnen. Aber die Gefühle, die Gedanken, Bedürfnisse und Interessen des Kindes können trotzdem als gleichwürdig geachtet werden - das Kind kann mit seiner Welt ernstgenommen werden. Das heißt nicht, dass dem Kind alle Wünsche erfüllt werden, aber zumindest wird es mit diesen Wünschen angehört und respektiert, auch wenn ihnen nicht immer entsprochen werden kann.
Integrität bedeutet in der Familie, dass Eltern lernen, ihre eigenen Grenzen zu äußern, statt Grenzen für ihre Kinder zu finden. Die eigenen Grenzen zu spüren und auf bedeutungsvolle Weise zu kommunizieren, zu einem 'Nein' zu stehen, ohne sich dabei in eine Machtposition über das Kind zu erheben - das sind nach Juul die Lernaufgaben für die Eltern. Besonders für solche, die das Kind immer glücklich haben wollen. Grenzen sollten sich niemals aus Konventionen oder Regeln ergeben, es sollten persönliche Grenzen der Familienmitglieder sein. Ein Kind lernt, Grenzen zu achten, wenn seine Grenzen ebenfalls geachtet werden.
Authentisch man selbst zu sein, ist auch eine große Erleichterung: Wir brauchen nicht mehr in einer Elternrolle leben, immer nett und freundlich sein, Mama oder Papa spielen. Im Gegenteil: Sich authentisch zu verhalten, ist für Juul einer der Schlüssel. Es reicht, wenn wir so sind, wie wir sind, damit haben wir schon genug zu tun. Der Fokus liegt immer darauf, dass alle in der Familie sagen können, was sie fühlen und damit ernstgenommen werden. Das bedeutet auch, dass Eltern Fehler machen und Schwäche zeigen dürfen. Dass sie weinen, schreien und verzweifelt sein können. Nur sollte niemand den anderen je verletzen oder kränken.
Eigenverantwortung ist die Verantwortung für unser eigenes Verhalten, unsere Gefühle, unsere Reaktionen, unsere Werte. Verantwortung zu übernehmen heißt auch, Fehler einzugestehen, sich zu entschuldigen. Eltern sind zudem in jeder Situation verantwortlich für die Qualität der Beziehung. Kinder sind schlicht nicht in der Lage, diese Verantwortung zu übernehmen. Sehr wohl wissen Kinder aber, wann sie satt sind und oder hunger haben. In der Kommunikation sollten alle über sich sprechen, über die eigenen Gefühle. Vor allem sollte das Kind nicht definiert werden: "Ich fühle mich gerade gestresst" fühlt sich für das Kind anders an als "Du bist unmöglich, du nervst."


Kinder als Spiegel

Da Kinder vor allem imitieren, zeigt ein schwieriges Kind vor allem schwierige Eltern. Jedes auffällige Verhalten von Kindern und Jugendlichen, so Juul, kann man auf zwei Ursachen zurückführen: Entweder haben Erwachsene die kindliche Integrität verletzt oder die Kinder haben aus Druck überkooperiert und keine eignen Grenzen, kein Selbstwertgefühl entwickelt.
"Wir müssen Kinder heute, in völlig anderer Weise, mit einer anderen Art von Anstrengung großziehen. Wir müssen mehr nach innen schauen, in uns selbst, statt ständig auf die Kinder. Das ist sehr schwierig, weil unsere Werte, die Kinder betreffen, verkrustet sind. Kinder haben in unserer Kultur an Achtung und Respekt verloren. Auch für die Erwachsenen ist das traditionelle Erziehungsverhalten schädlich. Es hält sie in einem Rollenschema fest und verhindert eigenes Wachstum", so Juul.
Nicht selten werden Kinder uns auch an unsere eigene Kindheit unsere eigenen Wunden erinnern. Mit ihnen können wir lernen, wieder mit diesen Aspekten von uns selbst in Kontakt zu kommen.
"Kinder sind am wertvollsten für ihre Eltern, wenn sie schwierig werden. Das ist nämlich der Augenblick, in dem die Eltern aufmerken sollten - Was ist es, was wir jetzt ändern müssen? - statt sich Gedanken darüber zu machen, wie sie das Kind verändern und 'korrigieren', damit es nicht mehr so schwierig ist. Kinder sind keine Dinge, die wir beliebig verändern können, sie sind Menschen, mit denen wir zusammen lernen können."


Ein weiter Weg

Juul wird wohl vor allem von solchen Menschen den schnellsten Applaus erhalten, die selbst keine Kinder haben. Manche Eltern hingegen sind skeptisch. Hat Herr Juul schonmal versucht, mit einem trotzigen dreijährigen ein gleichwürdiges Gespräch zu führen? Wie hilft das bei 'Ich will nicht ins Bett' und 'Ich will Gummibärchen', bei Trotz- und Heulattacken?
Juul ist selbst Vater und macht seinen Job seit 20 Jahren. Gern weißt er darauf hin, dass er keine Methode vertrete, die Kinder dazu bringe, das zu tun, was die Eltern wollen. Sondern Werkzeuge, wie sie eine gesunde Beziehung zueinander pflegen können. Auseinandersetzungen sind nicht nur vorprogrammiert, sie sind wichtig. Eltern sind die Sparringspartner des Kindes, hier lernen sie, was zwischenmenschliche Beziehungen bedeuten, hier lernen sie, wie man Konflikte und Streits auflösen kann.
"Der Weg zur Gleichwürdigkeit ist schwierig - emotional wie intellektuell." gibt auch Mathias Voelchert zu bedenken, der das familylab in Deutschland leitet, dass sich an den Ideen Juuls orientiert. "Es ist einfach schwer aufzuhören, im 'Erwachsenen gegen Kind'-Modus zu denken. Es ist schwer, eine Haltung anzunehmen, die beiden Seiten gleich dient und nicht die Bedürfnisse des einen über die des anderen stellt. Der Fokus muss darauf gerichtet werden, was zwischen den beiden abläuft. Das ist für Familien, Schulen, Betriebe ein komplett neues Terrain. Es ist nicht nur anders als bisheriges Denken, es ist vielmehr komplett neu. Es gibt nichts Geeignetes, aus der Vergangenheit, auf das wir zurückgreifen könnten."
Dann ist es wohl zeit für was Neues.

Link zu familylab, mit vielen Interviews und Videos von Jesper Juul:

http://www.familylab.de

Montag, 28. November 2011

Offener Unterricht: Am Anfang oder am Ende ?

Plädoyer für ein Überdenken "freier Arbeitsformen"

Falko Peschel

Schule im 21. Jahrhundert - Schule im Umbruch?

Schon seit dem Erscheinen der letzten Richtlinien für die Grundschule Mitte der achtziger Jahre ist die Reform der Grundschule legitimiert, Lehrer und Schulaufsicht lösen sich schneller oder langsamer von alten Konzepten und versuchen, eine andere, neue Schule zu machen.

Kernpunkt der Reform ist die Öffnung von Schule; der lernzielorientierte Frontalunterricht weicht der Idee eines "Offenen Unterrichts". Einige Schulen sind sofort dabei, sehen Schule als Lern- und Lebensraum der Kinder, nutzen die ihnen jetzt durch unverbindlicher formulierte Lehrpläne anvertraute Freiheit und entwickeln engagiert eigene Schulprogramme. Andere Schulen sind schwerfälliger, halten die neuen Methoden entweder für eine wieder vorbeigehende "Masche" wie seinerzeit die Mengenlehre oder aber "haben es ja immer schon so gemacht".

Was herauskommt ist eine Praxis Offenen Unterrichts, die verschiedener nicht sein könnte. Dem Offenen Unterricht vorangestellte Unterrichtsmethoden wie Freiarbeit, Wochenplan und Projektunterricht werden -da indirekt vorgeschrieben - mittlerweile formal von den meisten Lehrern bzw. Schulen praktiziert. Beleuchtet man aber das, was dort im Unterricht passiert, so ist von einem "offenen" Unterricht oft nichts zu spüren: Freiarbeit pendelt zwischen Laisser-faire und strengen Vorgaben hin und her und der Wochenplan ist die Zusammenfassung aller vorher einzeln ausgegebenen Arbeitsblätter anstelle einer auf das einzelne Kind abgestimmten Arbeitshilfe zum selbständigen Lernen. Projektunterricht in Reinform weicht "Alibi-Projektwochen", die meist komplett von den Lehrern vorgegeben werden und in themenzentrierten Unterrichtsreihen oder "Hobbyprogrammen" mit anschließender Ergebnisausstellung zur "Schulpromotion" enden.

Wer dabei auf der Strecke bleibt, sind Kind und Reform. Beim "Vorschreiben" freien Arbeitens durch die Richtlinien hat man nicht bedacht, dass das mit der Praktizierung freier Lernformen einhergehende Vertrauen in das selbständige Lernen der Kinder bei vielen Lehrpersonen so nicht vorhanden ist. Die Folge ist klar: Man überträgt die neuen Begriffe auf die alte Praxis - die Begriffe verwaschen. Die Utopie eines Offenen Unterrichts ist - nach einem missglückten Start Anfang der siebziger Jahre- durch aktuelle Konzepte wie "Lesen durch Schreiben", "Mathe 2000" und Werkstattunterricht zwar nun scheinbar wieder hoffähig geworden, hat sich im Prinzip aber selbst verloren und stellt nur noch die blasse Kontur des ursprünglichen Ideals dar:

selbständige Kinder arbeiten intensiv und mit Spaß an eigenen Aufgaben, gestalten sich ihre Schule und ihren Unterricht gemeinsam selber.

Besinnt man sich wieder auf dieses Ideal, so wird der Missbrauch der oben angesprochenen freien Unterrichtsformen offenbar. Das Vertrauen in die Kinder lässt keine Kompromisse zu. Der Lehrer muss die Schüler vom ersten Tag an wirklich selbständig arbeiten lassen. Er muss sie als Individuen sehen und annehmen. Er muss ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, darf dabei aber nicht ihre Selbständigkeit einschränken.

So verstandener Offener Unterricht zeigt die Ziele von Freiarbeit, Wochenplan und Projektunterricht wieder anschaulich und fasst die Arbeitsformen im Endeffekt auch wieder zusammen: Freiarbeit ist die individuelle Beschäftigung mit selbstausgesuchten Themen und kreativen, eben nicht rein reproduktiven Materialien, Wochenplan die individuelle Organisationshilfe, die sich der einzelne Schüler selbst zusammenstellt und Projektunterricht das gemeinsam geplante Angehen eines zusammen ausgesuchten Themas.

Dabei muss nicht jede Stunde Unterricht in der Schule Offener Unterricht sein, aber dieser muss immer die Ausgangsbasis darstellen. Das Vertrauen des Lehrers in die Schüler muss bei jedem Fach und jeder Methode ehrlich und für die Kinder offensichtlich sein. Halte ich als Lehrer einen großen Teil "Informationsunterricht" für notwendig, so müssen diese Phasen aus dem Unterricht situativ begründbar sein und so für den Schüler transparent sein. Nur so kann eine innere Lernbereitschaft entstehen; man muss wissen, wofür man etwas lernt.

Läuft der lehrerzentrierte Unterricht nicht nach diesem Grundsatz ab, so können die offeneren Phasen nur ein nicht ernst gemeintes Alibi zur "Richtlinienverwirklichung" darstellen, denn pädagogisch ist dieser harte Wechsel des "Erziehungsstils" nicht zu rechtfertigen, da sich die Schüler notgedrungen in einer aussichtslosen Doppelbindungssituation befinden: Einerseits größtmögliche Anpassung an den vorgegebenen Stoff, den Lernweg, an Zeit und Raum, andererseits kreatives Entdecken und selbständiger Wissenserwerb auf individuellem Weg. Diesen Widerspruch zu überwinden, das können nur die intelligentesten und anpassungsfähigsten Kinder schaffen.

Schön wäre es, wenn wieder viele Lehrer Vertrauen in die ihnen anvertrauten Kinder und ihr Lernen fassen und ihre Zeit nicht mit "Motivationstricks" und "Überdifferenzierung" verschenken würden, ihre Arbeitsmittelsammlungen auf ein paar wirklich wertvolle, kreativitätsfördernde, zum Selber-Entdecken und Selber-Denken anregende Materialien reduzieren würden (z.B. nur weiße Blätter und Sachbücher) und so den Kindern die Chance gäben, dem schulischen Konsum zu entgehen und einmal wirklich selbst arbeiten zu dürfen.

Und dies ganz, ganz konsequent und mit einem hohen Ideal!"

http://offener-unterricht.net/ou/start-offu.php?action=selbler
http://offener-unterricht.net/

Mathias Völchert: Vier Grundwerte

Gleichwürdigkeit
Gleichwürdigkeit bedeutet weder Ebenbürtigkeit noch Gleichheit. Ebenbürtigkeit bedeutet ursprünglich »von gleicher Geburt«, wird heute jedoch etwa im Sinne von »gleich stark« verwendet. Gleichheit hingegen ist auch ein politischer Begriff, der in Formulierungen wie »Gleichheit vor dem Gesetz« oder »Gleichstellung« (der Geschlechter) zum Ausdruck kommt. Gleichwürdigkeit bedeutet nach meinem Verständnis sowohl »vom gleichen Wert« (als Mensch) als auch »mit dem selben Respekt gegenüber der persönlichen Würde und Integrität des Partners. (Jesper Juul ‚Was Familien trägt’ Kösel-Verlag) 

Integrität
Integrität bedeutet in der Familie, Eltern sollten ihre eigenen Grenzen äußern, statt Grenzen für ihre Kinder zu finden. – »Historisch betrachtet ist es noch gar nicht lange her, seit wir damit begonnen haben, die individuellen Bedürfnisse des Menschen, seine Grenzen und Werte ernst zu nehmen. Dem Leben und Überleben der Gruppe ist stets eine größere Bedeutung beigemessen worden. Wir sprechen hier von einer langen historischen Zeitspanne, in der die Integrität des Kindes – das heißt, seine physischen wie psychischen Grenzen und Bedürfnisse – systematisch gekränkt wurden, und zwar als Bestandteil einer Erziehung, die ein solches Verhalten als richtig und notwendig ansah.« (Jesper Juul ‚Was Familien trägt’ Kösel-Verlag

Authentizität
Wir müssen aufhören Rollen zu spielen, z.B. die Rolle des Vaters oder der Mutter, es
reicht wenn wir so sind wie wir sind, damit haben wir schon genug zu tun. – »Die Forderung nach Authentizität in den familiären Beziehungen bedeutet einen qualitativen Quantensprung, der vielen Eltern in den letzten zwanzig Jahren vor nahezu unlösbare Probleme stellte, wuchsen sie doch selbst in Familien auf, in denen alles andere als Authentizität gefragt war. – Erst wenn beide oder alle Familienmitglieder sich so authentisch wie möglich zu einem Problem oder Konflikt – das heißt, zu der Art und Weise, in der sie selbst betroffen sind – geäußert haben, besteht die Möglichkeit, eine tragfähige Lösung zu finden, die nicht eine neue Vorschrift oder Sanktion darstellt.« (Jesper Juul ‚Was  Familien trägt’ Kösel-Verlag)

Verantwortung
Verantwortung kann man nicht lernen, die bekommt man übertragen. »Erst wenn es uns gelingt, für uns selbst die Verantwortung zu übernehmen, sind wir auch in der Lage, aktiv die Mitverantwortung für andere Menschen und die Gemeinschaft, die wir mit ihnen bilden, zu tragen.« (Jesper Juul ‚Was Familien trägt’ Kösel-Verlag)

Gemeinschaft und Führung
»Eine Familie, in der einige die Arbeit erledigen, während sich die anderen zurücklehnen, ist keine gleichwürdige Gemeinschaft. Die Erwachsenen können die Rollen je nach Temperament, Einstellung und den individuellen Möglichkeiten verteilen. Wählt man die klassische Rollenaufteilung, bei der die Frau die Hauptverantwortung für den häuslichen Bereich und der Mann für die Ökonomie übernimmt, ist daran nichts auszusetzen, solange der Beitrag beider Seiten innerhalb der Familie als gleichwürdig anerkannt wird.« (Jesper Juul ‚Was Familien trägt’ Kösel- Verlag)

Text Mathias Voelchert, Leiter »familylab« Deutschland.

Was Familien trägt hier bestellen:
http://shop.famlab.de/Was_Familien_traegt

Samstag, 26. November 2011

Geisterkonzepte

Maik Riecken schrieb in seinem Blog:


Geisterkonzepte
Wir produzieren in Niedersachsen an den Schule zurzeit viele Konzepte. Die Produktionsrate steigt im Vorfeld einer Inspektion dabei erheblich an. Viele davon sind schön geschrieben und voller Kompetenzbuzzwords. Wie viele werden gelebt? Wie misst man das Gelebtwerden von Konzepten durch z.B. eine Evaluation? Wie lebt man geschätzte 20 Konzepte gleichzeitig anm ein und derselben Schule? Ein nicht gelebtes Konzept ist halt so da – ein Produkt, was man vorzeigen kann. Es ist aber ohne die Handlung, die dichotomisch zu ihm gehören muss, wenn es einen Wert haben soll, nicht real. Es ist dann ein Geist. Für die einen ein guter, weil er die Inspektoren beglückt, für die anderen ein abgrundtief böser, weil er die Ressourcen Zeit und Wahrnehmung ohne Gegenleistung verschwendet. Drei wirklich gelebte Konzepte an einer Schule. Wäre das nicht eine Basis?
Ich glaube, dass dies keine niedersächsische Spezialiät ist, sondern überall an den Schulen passiert. Schön klingende Schlagwörter werden aufgegriffen und irgendwie in das Schul-"Konzept" eingepasst... Die Frage ist wirklich: Wieviele Konzepte können an einer Schule gleichzeitig gelebt werden? Zwei? Drei? Zehn? Je nach Fachschaft? Eigentlich nur eines, von dem sich dann alle anderen Konzepte logisch ableiten lassen, oder?

Education Cities

Education Cities – Vision

"An Education City perceives the education system as an essential instrument for a citywide development, and the city as a central instrument in the education system’s development.
The city as one big school – An education city is a social educational network, a tangible network focused on the realization and development of both the individual and the city.
The Narrative & the local language – An education city authors a Narrative and develops a Language and a local way of life, all of which is founded on local strengths and leverage future development avenues.
Innovation – An education city is a central platform for linking the city to approaches of educational, urban and technological innovation, suited for the 21st century."

Donnerstag, 24. November 2011

Mittwoch, 23. November 2011

Schooling the world

 "Schooling the World" to Make May 5 L.A. Debut
Controversial doc will screen at Regent Showcase Theatre

FOR IMMEDIATE RELEASE
 
Schooling the World
Schooling the World
PRLog (Press Release) - May 02, 2011 - The controversial award-winning documentary film, "Schooling the World: the White Man’s Last Burden," will screen free to the public as the centerpiece of opening night festivities at The 2011 Awareness Film Festival in Los Angeles on May 5.   
 
The film, by Emmy and Writers Guild award winning film and television writer/director Carol Black ("The Wonder Years") poses an almost heretical challenge to the long-unquestioned assumption that the western model of education and schooling improves lives wherever it goes. The movie has generated powerful, often emotional, response from its October debut at the Vancouver International Film Festival to its recent showing in Washington, D.C. at the National Geographic All Roads Film Festival.
 
“Every teacher and prospective teacher should watch and discuss 'Schooling the World,'” said Bill Bigelow of Rethinking Schools.  And Dr. Madhu Suri Prakash, Professor of Education Philosophy at Penn State University called it “a film of profound insights and the quest for hope in the thick of much violence by mainstream cultures against the marginalized and the silenced peoples of the world,” characterizing the film as “challenging, courageous and thought provoking.”

"Schooling the World" joins the past year's spate of education-themed documentaries like "Waiting for Superman" and "Race to Nowhere.”  Says producer Neal Marlens ("The Wonder Years"), “‘Waiting For Superman’ and ‘Race to Nowhere’ demonstrated the immense problems in our schools; “Schooling the World” shows what happens when we export those problems overseas.”
 
Black pointed to the recent allegations surrounding “Three Cups of Tea” author Greg Mortenson and his Central Asia Institute as “an opportunity to look at some of these issues more closely.  People are rightly upset about Mortenson’s fabrications, but the larger fiction which goes unquestioned is his romanticized portrayal of education as a panacea for all the world’s ills, a silver bullet that in one clean shot can end poverty, terrorism, and the oppression of girls and women around the world.” Black said.  “The reality is that the modern school is no silver bullet, but an extremely problematic institution which has proven highly resistant to fundamental reform.  No system that discards millions of normal, healthy kids as failures – many of them extremely smart, by the way – will ever provide a lasting or universal solution to anything.”
 
The movie has been widely lauded for its breathtaking visual beauty and was shot largely on location in the Himalayan region of Ladakh, India.
 
Carol Black will be present for a Q&A after the screening, which is set for 7:00 P.M. on May 5 at the 800 seat Regent Showcase Theatre at 614 North La Brea Avenue, Los Angeles. Free tickets are available by visiting http://awarenessfestival.healoneworld.com/.

For more information about the film, filmmakers, or screenings, visit http://schoolingtheworld.org/.

View Trailer:  http://www.youtube.com/watch?v=FnzVNO_J6sk


Peaceful Warrior - Deutscher / German Trailer

"Der Student Dan Millman nimmt an sportlichen Wettbewerben für das Turnkader der University of California, Berkeley (Cal) teil und träumt davon, die Meisterschaft zu gewinnen. Er hat zahlreiche kurzlebige Beziehungen mit Frauen. Eines Tages lernt er in einer Autowerkstatt einen Mann kennen, der als Sokrates bezeichnet wird und später zum Mentor Millmans wird. Von ihm lernt der Student eine neue Lebensphilosophie kennen.
Sokrates freundet sich mit Joy an, die seine Lehren in der Praxis umsetzt. Millman wird nach einem Verkehrsunfall in ein Krankenhaus eingeliefert. Er trainiert intensiv nach der Entlassung und gewinnt die Meisterschaft. Sokrates verschwindet spurlos." (Wikipedia)

"Nicht von außen wird die Welt umgestaltet, sondern von innen."

http://www.peacefulwarrior.de/

RSA Animate - Changing Education Paradigms

"This animate was adapted from a talk given at the RSA by Sir Ken Robinson, world-renowned education and creativity expert and recipient of the RSA's Benjamin Franklin award."
http://www.youtube.com/watch?v=zDZFcDGpL4U&feature=share

Man kann es nicht oft genug sehen ;-)

Ken Robinson says schools kill creativity

"Sir Ken Robinson makes an entertaining and profoundly moving case for creating an education system that nurtures (rather than undermines) creativity."
http://www.ted.com/talks/ken_robinson_says_schools_kill_creativity.html

Sir Ken Robinson: Bring on the learning revolution!

"In this poignant, funny follow-up to his fabled 2006 talk, Sir Ken Robinson makes the case for a radical shift from standardized schools to personalized learning -- creating conditions where kids' natural talents can flourish."
http://www.ted.com/talks/sir_ken_robinson_bring_on_the_revolution.html

Youtube: EDU

Youtube hat eine Plattform für Videos zum Thema Erziehung und Bildung eingerichtet.

http://www.youtube.com/education

Lernen in Freiheit

Liebe Freunde der demokratischen Erziehung,
ich darf Ihnen/euch mitteilen, dass  im nächsten Jahr der internationale Kongress der demokratischen Erziehung in Puerto Rico zu Gast ist. An den internationalen Kongress, bei dem selbstbestimmtes Lernen und ein Lernort, der auf Gleichberechtigung und gegenseitigem Respekt beruht, im Vordergrund stehen,  wird sich der lateinamerikanische Kongress anschließen. Hier soll ein lateinamerikanisches Netzwerk gegründet werden, damit ein regelmäßiger und professioneller Austausch entstehen kann.
Im Sommer war ich auf der IDEC 2011 in Asburton, England, (http://www.ideceudec.org/)  zu Gast, an den sich die EUDEC (http://www.eudec.org/)  anschloss und ich habe wunderbare Erfahrungen gemacht und viel gelernt und unendlich viele neue Ideen mitgenommen (http://www.eppinger-weboptimierung.de/IDEC_SZ.pdf). Auch – und meiner Meinung nach GERADE für - für klassische Bildungsinstitutionen. Lassen Sie sich /lasst euch die Gelegenheit nicht entgehen, und vor allem: informiert spanischsprachige Kolleg/innen, die interessiert sein können, denn das Glück, dass dieser Kongress auch auf Spanisch abgehalten wird, wird sich in den nächsten Jahren nicht so schnell wiederholen. Nichts hilft Schulentwicklung meiner Meinung nach so viel wie der Austausch mit Experten. Und Experten werden reichlich dort sein: http://idec2012.org/speakers.html%20/ http://idec2012.org/espanol/speakers.html, aber eben auch ihr seid/Sie sind Experten und auch eure / Ihre Erfahrung zählt.
Also: bitte seht euch/sehen Sie sich  die links (http://idec2012.org/ ; http://idec2012.org/espanol/ ; http://idec2012.org/espanol/images/pdf/hibrochureespanol.pdf) an und leitet die Informationen so schnell wie möglich weiter, denn der Frühbucherzeitpunkt ermöglicht einen Preisnachlass!
Solltet ihr /sollten Sie Fragen haben, wendet euch gerne an mich oder auf Englisch oder Spanisch an Justus Méndez, den Hauptorganisator. Wir helfen euch gerne, auch  bei Organisations- und Visafragen.
Liebe Grüße aus Quito
Vivian Breucker
weitere Infos findet ihr: http://idec2012.org/

Das Jahrhundert des Kindes

Erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht. Da wird das 20. Jahrhundert zum Jahrhundert des Kindes ausgerufen und schon - zack - ist es 2011 und die wesentlichen Kritikpunkte sind immer noch da. Da Buch hatte ich mal im Studium gelesen und ist mir gerade in die Hände gefallen (oder eher: durch ein PDF ins Auge gestossen)
 
Der Schule der Jetztzeit ist etwas gelungen, das nach den Naturgesetzen unmöglich sein soll: die Vernichtung eines einmal vorhanden gewesenen Stoffes. Der Kenntnisdrang, die Selbsttätigkeit und die Beobachtungsgabe, die  die Kinder dorthin mitbringen, sind nach Schluss der Schulzeit in der Regel verschwunden, ohne sich in Kenntnisse oder Interessen umgesetzt zu haben. Das ist das Resultat, wenn die Kinder ungefähr vom sechsten bis zum achtzehnten Jahre ihr Leben auf Schulbänken damit zugebracht haben, Stunde für Stunde, Monat für Monat, Semester für Semester, Kenntnisse zuerst in Teelöffel-, dann in Dessertlöffel- und schließlich in Esslöffelportionen einzunehmen, Mixturen, die der Lehrer oft aus Darstellungen aus vierter oder fünfter Hand zusammengebraut hat.
 
Ellen Key (1900), Das Jahrhundert des Kindes. Berlin, 13.Aufl. 1905, 221/2

Montag, 14. November 2011

Personalisierung, Dif­fe­ren­zie­rung und Indi­vi­dua­li­sie­rung?

Marek Breuning auf "Skolnet" schrieb:
 
"Das brachte mich zu der Frage: Ist mit Indi­vi­dua­li­sie­rung und Per­so­na­li­sie­rung ein
und das­selbe gemeint oder sind es doch zwei unab­hän­gige Lehr-/Lernmotive? "
 
und verweist auf einen Artikel von Lisa Rosa, der ihm auch gleich in den Kommentaren antwortet: 
 
"der Begriff „indi­vi­dua­li­sier­tes Unter­rich­ten” so häu­fig bloß eine
Bin­nen­dif­fe­ren­zie­rung meint: Der Leh­rer bie­tet unter­schied­lich
schwie­ri­ges Mate­rial zum sel­ben Gegen­stand, eins für die
„Geschei­ten”, eins für die „Nor­ma­len” und eins für die „Doo­fen”.
Dar­auf läuft es doch meist hin­aus!" 
und ihrem eigenen Artikel schreibt Lisa Rosa
„..Indi­vi­dua­li­sie­rung, bes­ser Per­so­na­li­sie­rung, heißt nicht,
dass alle das­selbe, aber alleine für sich ler­nen müs­sen, son­dern dass
Ver­schie­de­nes gemein­sam gelernt wird.”
Danke. Jetzt bin ganz verwirrt. So schnell gleitet immer alles ab in eine (berechtigte) philosophische
Richtung. Da muss ich mal in Ruhe drüber nachdenken - wenn ich mal neben den Abiturvorbereitungen
Zeit dafür hätte - und den zu planenden Fortbildungen - und dem normalen Unterricht.

Lernlandschaften erschaffen

Schon älter, aber erst gestern gefunden: Lernen und Lehren als Landkarte

Alles beginnt irgendwann einmal  - so auch dieses Blog. Der erste Eintrag ist wohl mehr ein Testeintrag, aber ich will euch nicht dieses schöne Bild vorenthalten. Eine etwas größere Version davon gibt es auch noch im Netz - dann als PDF.